Hintergrund
Ein Ziel, zwei Richtungen
Alle Libanesen wünschen sich die Unabhängigkeit. An der Frage, ob die syrischen Truppen diese ermöglicht oder verhindert, scheiden sich die Geister.
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| Nicht alle sind Syrien so dankbar wie diese Frauen. |
Bild: rue |
Drei Wochen nach der Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri ist es vorbei mit der Einigkeit der religiösen und politischen Parteien, die das Attentat ausgelöst hatte. Das Gemeinsame Ziel, die Unabhängigkeit des Libanon, ist geblieben. Was das bedeutet und wie dieses Ziel zu erreichen ist, entzweit die Gesellschaft.
Für die christlichen Maroniten ist die Unabhängigkeit nur möglich, wenn die pro-syrische Regierung abtritt und ein neues Kabinett die Geschicke des Landes lenkt. Die Syrier müssen sich komplett aus dem Land zurückziehen und die Kontrolle komplett dem libanesischen Volk übergeben.
Bei der muslimischen Bevölkerung hingegen steht die Unabhängigkeit vor ausländischem Einfluss im Vordergrund. Sie befürchtet einen zu starken Einfluss der Amerikaner und aus Europa, die zurzeit Druck auf die syrische Regierung ausüben. Ziehen die Syrier ab, fürchten die Muslime um ihre Sicherheit.
Beide Seiten wollen die von ihnen definierte Unabhängigkeit auf friedlichem Weg erreichen. Sie zeigen aber keine Bereitschaft, den gegenteiligen Standpunkt zu verstehen, geschweige denn zu akzeptieren. Deshalb wird sich die Lage nicht entschärfen, wenn die Syrier abziehen, und sie wird sich nicht bessern, wenn sie bleiben.
rue
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