Weblog: die neusten Beiträge

2005-04-01 von Beat R.:
Ostern, Rückflug und Ende mit Fortsetzung

Die letzten Tage im Libanon habe ich fast ausschliesslich mit Sightseeing verbracht, bin also mit Fabienne und teilweise auch mit Chäschpu, dem Bruder von Vrenä, zu verschiedenen Weingütern, nach Tyr und noch einmal nach Baalbek und Tripoli gefahren. Wir sind kaum noch zu Schlaf gekommen ob dem dichten Programm und haben die „Ferien“ genossen.

Besonders erwähnenswert ist noch das Osterfest vom Ostersonntag, dass wir wieder bei der Familie von Georges verbracht hatten. Die Tafel war erneut überladen und ich habe so viel gegessen, dass ich mich gegen fünf Uhr ins Bett legen musste, weil weder sitzen noch stehen mehr möglich waren.

Am Montagabend kochte ich für Vrenä, Georges und meine Arabischlehrerin zum Abschluss ein Züri-Geschnetzeltes, bevor wir dann gegen zwei Uhr am Flughafen abschied nahmen. Der Ruckflug verlief problemlos, interessant war dann die Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen: Jeder einzelne Passagier wurde abgetastet und ich musste mir sogar die Schuhe röntgen lassen. Der Libanon scheint in Deutschland gefährlicher zu sein als im Libanon.

Jetzt, zurück in Zürich, werde ich ab Montag wieder arbeiten (Zivildienst) und mit der Jobsuche beginnen. Das weblog werde ich weiterführen, allerdings nicht mehr in dieser persönlichen Art. Ich werde die Entwicklungen im Libanon weiter verfolgen und an dieser Stelle das wichtigste zusammenfassen.

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Kommentar vom22.11.2007

 

Kommentar vom19.01.2008

Henri J. Merz

Hallo ich 1967 und 1968 jeweils von Juni bis Weihnachten in Chekka. Wir haben dort im Zementwerk gearbeitet. Jetzt habe ich Bilder vom Libanon gesucht und wurde bei ihnen fündig. Schön, in alten Erinnerungen zu träumen und die Seite hat mich an viele Stationen erinner die wir besucht haben. Schade, dass von Byblos keine Bilder da sind. da haben wir immer O-Saft getrunken wenn wir vom Shoping aus Beirut nach Chekka gefahren sind. Wir haben in Zementwerk gewohnt. 1967 wurde dort ein neuer Zementoffen gebaut und der Schweizer "Heini Schmid" (Wie Oetker in Deutschland ) war noch mit an der "Ciment Libanais" mit 49% beteiligt. Als junger Mann war die Tätigkeit und der Aufentalt für mich natürlich super. jetzt gehe ich bald in Rente, dann habe ich Zeit und werde mal vorbeischauen. Liebe Grüße H. J. Merz

 

Kommentar vom14.01.2008

Nicole

Hallo Beat, ev. kommt die Nachricht nicht an bei Dir, dann SCHADE... Blog liegt ja schon fast 3 jahre brach. Mich interessiert eigentlich, wie du auf den Libanon gekommen bist, nicht nur wegen dem Arabisch, denn da gibt es ja bekanntlich noch einige Länder mehr, wo arabisch gesprochen wird... Bist du seither wieder dort gewesen? Grüsse aus dem solothurnischen Nicole

 

Kommentar vom03.11.2006

 

Kommentar vom03.04.2005

sascha

Freut mich, dass du gesund und munter zuhause angekommen bist. Habe dein spannendes Weblog und deine Artikel ebenfalls mit grossem Interesse gelesen. CU - hoffentlich auf bald im Bandraum :-) PS: Dem Bier mit salvie würde ich mich auch anschliessen.

 

Kommentar vom02.04.2005

salvie

Hey, Bidu! Wenn das kein April-Scherz war, schmettere ich dir doch ein herzliches "Willkommen zuhause!" entgegen. Dein Weblog und deine vielen Artikel habe ich in den letzten zwei Monaten mit grossem Interesse gelesen. Bestimmt bin ich nicht die einzige, der es manchmal etwas mulmig zumute war, wenn darin die Rede von Attentaten war. Deine Berichte waren nicht nur spannend, sondern auch mit vielen wunderschönen und eindrücklichen Bildern illustriert. Der Kamera-Kauf war ganz offensichtlich eine sehr gute Idee. Jedenfalls freue ich mich, dass du so viel Interessantes gesehen und erlebt hast und dass du wieder im Land bist. Ich hoffe doch sehr auf ein baldiges gemeinsames Bier (oder zwei). - salvie

 

2005-03-23 von Beat R.:
Bombenstimmung in Junyieh

Gestern habe ich, wie versprochen, Fabienne abgeholt (sie ist pünktlich angekommen) und bin um 05.00 todmüde ins Bett gefallen. Geweckt hat mich Nik, um mir mitzuteilen, dass sie mein Lieblingskino in Junyieh in die Luft gesprengt haben, das etwa 500 Meter von meinem Haus entfernt ist. Das ganze geschah, während ich am Flughafen war und so habe ich nichts davon mitgekriegt bis am Morgen. Damit habe ich mich in der Meinung getäuscht, dass es in Junyieh alles gibt, was Beirut hat, aussert die Bomben. Und das am Tag der Ankunft von Fabienne, der ich wiederholt versichert habe, das ich in einem ruhigen Aussenquartier wohne.

Ich bin dann heute trotzdem in die Berge gefahren, um Arak zu brennen. Es war kalt da oben aber wir haben einen gemütlichen Tag verbracht. Morgen geht’s gleich weiter mit Weindegustation (und hoffentlich ohne weitere Anschläge).

http://www.lebanet.info/artikel/416.php

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2005-03-22 von Beat R.:
Ostergebäck und Besuch

Heute morgen habe ich eine neue Oster-Tradition erlernt: In Souk Mikael, dem Teil von Junyieh, in dem ich wohne, treffen sich einige Frauen und machen Ostergebäck. Sie stellen miteinander eine Art Krapfen mit Nussfüllung her. Dabei bringt eine den Teig, eine die Füllung und dann wird gleich Kiloweise Gebäck hergestellt. Die Teigtaschen werden nicht einfach verschlossen, sondern künstlerisch dekoriert, bevor sie im Ofen verschwinden. Leider hatte ich (noch) nicht die Gelegenheit, die Krapfen zu probieren, weil sie erst am Ostersonntag gegessen werden dürfen.

Heute Nachmittag werde ich noch kurz nach Beirut fahren und die Uni besichtigen. Am Abend gibt’s Unterricht, dann hüte ich kurz die Kinder von Vrenä und Georges und nachts um zwei kommt Fabe Faietti an. Wir werden dann morgen in die Berge fahren, wo Georges wieder Arak brennt.

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2005-03-20 von Beat R.:
Wochenendausflüge mit und ohne Tradition

Samstag war wieder einmal so richtig Ausflugtag. Ich habe mich am Mittag mit Irina (der Kollegin des Kollegen von Bärnu) getroffen und bin mit ihr gegen Süden gefahren, in Richtung Saida. Wir besichtigten ein Kloster (St. Saveur), das zurzeit so richtig von allen Strassenseiten her von Soldaten bewacht wird. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in Saida (dem alten Sidon), wo wir durch den engen, so richtig arabischen Souk wanderten und von einer Sehenswürdigkeit zur anderen kamen, ohne dass wir uns überhaupt darum bemühen mussten.

Den Abend verbrachten wir in Junyieh (wo ich wohne). Hier sind wir zu späterer Stunde noch über eine Bar gestolpert, die ein Konzept hat, das so wunderbar (nicht) in diese traditionelle Gesellschaft passt. An der Türe wurde eine (wesentlich besser als wir gekleidete) Gruppe junger Männer abgewiesen, und wir dachten zuerst, dass uns der Touristenbonus zum Eintritt verholfen hat. Erst im sehr schummrigen Innern wurde klar, dass hier fast ausschliesslich Pärchen verkehren, die sich in Gruppen oder alleine an den Tischen aneinanderschmiegen (das ist etwas, das auch für verheiratete Paare sonst kaum möglich ist). Da die Musik mit der Zeit zu laut wurde, um noch ein vernünftiges Gespräch zu führen, sind wir nach einem Drink wieder gegangen.

Der Sonntag (Palmsonntag) war dann wieder so richtig, wie es sein muss: Alle Einwohner von Souk (und wir) besuchten die Kirche in Jounyieh und nahmen an der Prozession durch das Dorf teil. Nachdem gestern Samstag nach der Explosion eines Sprengsatzes in der Nähe von Beirut noch ein zweiter Sprengsatz explodiert war, überwachten auch hier einige Soldaten das Geschehen.

Nach der Prozession ass ich wieder einmal bei der Familie von Georges und genoss die libanesische Küche so, wie man sie auch hier in den Restaurants nicht kriegt. Den Rest des Tages benötigte ich nach der Schlemmerei für eine ausgedehnte Siesta.

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2005-03-17 von Beat R.:
Ruhig

Das mit dem Verlängern des Automietvertrags hat jetzt doch noch geklappt. Das mit der Versicherung (wegen dem Unfall) wird interessant: Der Geschädigte übernimmt in jedem Fall 25 Prozent der Schadensumme, auch wenn er gar nichts dafür kann. Das wird sich toll auf mein Budget auswirken…

Ansonsten läuft alles recht ruhig. Ich schreibe meine Aufsätzchen und drehe meine Kärtchen und versuche immer noch, den Fernseher zu verstehen, aber der ist einfach zu schnell.

Am Dienstagabend habe ich mich in Beirut mit einer Kollegin eines Kollegen von Bärni getroffen, die für ein Jahr hier studieren wird. Sie ist seit zwei Wochen da und wohnt mitten im Zentrum, das heisst sie kenn das Nachtleben von Beirut bereits viel besser als ich. Darüber gibt’s dann natürlich auf dieser Seite auch noch mehr zu lesen (übers Nachtleben, natürlich).

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2005-03-14 von Beat R.:
Die Autos hupen, die Ohren läuten

Heute Montag ist wieder einmal grosser Protesttag. Die Läden sind geschlossen und die Autobahn mit Wagen verstopft, die nach Beirut wollen. Die Autolawine ist um 0700 gestartet, und so hupt es nun seit Stunden in den Strassen und scheint nicht mehr aufzuhören. Da soll mal einer ausschlafen…

Ich wollte den Mietvertrag für mein Auto verlängern, aber auch die Autovermietung hatte geschlossen. Das werde ich wohl morgen erledigen müssen.

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Kommentar vom15.03.2005

Celina

Hi Bidu Seit nun drei Tagen schlafe auch ich wieder ohne Oropax:-) Es ist unglaublich aber wahr: es ist zu ruhig... Dauernd erwache ich aus unerklärlichen Gründen und finde anschliessend den Schlaf kaum mehr. Da hilft dann nur noch meine Lieblingslektüre weiter (couting sheep)... Dir noch einmal ein herzliches Dankeschön für deine Gastfreundschaft - ich habe diese gesellschaftlich-, kulinarisch- und erlebnisreiche Woche sehr genossen:-) Bis bald - Celina

 

2005-03-12 von Beat R.:
Autounfall als positives Erlebnis

Am Mittwoch sind wir mit dem Auto quer durch die Berge nach Sahle gefahren, eine fast rein christliche Stadt in der Mitte der Bekaa-Ebene. Oder besser gesagt, dass war vorerst mal der Plan. Denn kurz nach der Passhöhe verschlechterte sich die Strasse plötzlich, so dass ich bremsen musste. Das hat im dichten Nebel, der ausnahmsweise geherrscht hat (ja, es ist noch einmal kälter geworden, auf dem Pass waren es gerade einmal drei Grad), das nachfolgende Fahrzeug nicht bemerkt und ist glatt in uns rein gefahren. Ich habe angehalten und das Fahrzeug des Tütschers betrachtet, und dessen Front (vom Fahrzeug natürlich), hat recht übel ausgeschaut. An unserem Mietauto habe ich zuerst keinen Schaden festgestellt, jedenfalls nicht, bis ich den Kofferraum geöffnet habe. Der war leider nur noch halb so gross wie vorher. Da kam mir in den Sinn, dass ich einmal Selina und Nik fragen könnte, ob sie O.K. sind (sie warens), und dann auch den anderen Fahrer (er wars auch). Leider sprach er nur arabisch und mir fehlte das Auto-Unfall-Vokabular.
Zu unserem Glück hielt dann ein Franzose (libanesischer Abstammung), und alles ergab sich fast von selber. Erst warteten wir ca. ¾ Stunden auf den Versicherungsexperten (jener des Unfallverursachers, nicht ich), der das Schadensprotokoll aufnahm. Das Dumme am Warten: Der Unfall passierte unmittelbar an einem Kontrollpunkt der syrischen Soldaten, die aber im wesentlichen nichts anderes machten als zuschauen und von Zeit zu Zeit sagen, dass es ein blöder Ort sein, um einen Unfall zu haben (wäre der Posten nicht da, wäre auch die Strassen nicht in einem so schlechten Zustand, aber diese Argumentation liessen wir mal schön bleiben). Dann warteten wir an einer nahe gelegenen Tankstelle (mit Kaffee, gottlob, es war ja eben nur drei Grad) auf den zweiten Versicherungsexperten (meinen), der noch einmal alles wissen wollte.
Schliesslich führte uns der Franzose nach Sahle, wo er einen Automech kannte, der uns das Auto, also vor Allem den Kofferraum, wieder ausbeulte und dafür nichts wollte. Am Schluss verschloss der Kofferraum wieder perfekt und ich musste (bisher) nur die 15 Dollar für das neue Kofferraum-Schloss bezahlen. Der Franzose wollte ebenfalls nichts für seine Arbeit.
Etwa drei Stunden nach dem Unfall waren wir wieder auf dem Weg in den Norden. Wir besuchten Baalbek und schauten uns auf dem Weg dorthin noch einige Ruinen an (die Artikel dazu müsst ihr lesen, sobald sie publiziert sind, das ist wirklich interessant). Baalbek selbst ist unglaublich: Ich habe schon viele Ruinenstätten gesehen, aber eine so eindrückliche Tempelanlage wie in Baalbek habe ich wohl noch nie gesehen.
Nach einer Übernachtung in Baalbek besuchten wir noch einige Ausgrabungsstätten im Süden der Beeka-Ebene, diesmal ohne Unfall, dafür aber mit einem Loch im Pneu. Da wir (das wird wieder peinlich) alle drei nicht sehr gerne Pneus wechseln, fragten wir einen Garagisten, und der versuchte zuerst den Pneu zu flicken, und als das nicht klappte, montierte er den Ersatzreifen. Nach einer halben Stunde Arbeit wollte auch dieser Mechaniker keinen Rappen, ich bot ihm drei Mal Geld an, er lehnte dreimal ab.

Mittlerweile habe ich ein neues Auto. Nik und Selina sind in der Naht auf heue (Samstag) wieder abgereist (den Freitag hatten wir in Beirut verbracht, das jetzt langsam wieder zur Normalität zurückgefunden hat. Und ich werde mich wieder mehr meinen Kärtchen widmen.

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2005-03-08 von Beat R.:
Wieder einmal Demo

Heut war ich wieder einmal in Beirut, und natürlich war wieder einmal Demo, nur diesmal etwas grösser. Einige sagen, dass eine Million Menschen dem Aufruf der Hisbollah gefolgt sind, ich denke mal es waren mehrere Hunderttausend. Und dieses Mal waren es Muslime, das sah man nicht nur an den Kopftüchern der Frauen, sondern auch an den vielen bärtigen Männern. Dazu habe ich natürlich einiges geschrieben (siehe Link).

Gestern wars ruhiger, ich bin mit Nik und Selina nach Byblos (ineressante Ruinen) und dann quer durch die Berge. Die Strassen waren teils furchtbar, aber der Ausflug hat sich gelohnt (auch wenn wir uns dauernd verfahren haben). Auch zu diesem Ausflug wird es noch Details geben, aber das etwas später.

http://www.lebanet.info/artikel/396.php

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2005-03-06 von Beat R.:
Unterwegs wie nie (mit Musharraf)

Wie lange braucht man von Jounieh an den Flughafen? Vrenä sagt eine halbe Stunde, ich rechne sicherheitshalber eine gute ein und brauche dann doch fast Fünfviertelstunden, weil ich vergessen habe, die Karte mitzunehmen und mich verfahren habe. Nun gut, der Gischi und die Selina kamen eh zu spät an, und so habe ich dann immer noch fast eine Stunde geartet, so bis 04.00 früh. Zurück waren wir dann in einer halben Stunde.

Das heisst, ich konnte gleich am Samstagmorgen schon mit einer Stadtführung in Beirut brillieren, wo wir natürlich auch das Grab von Hariri besichtigt haben. Und siehe da: Kaum setzte ich den Fuss auf den Place des Martyrs, geht’s wieder los. Sirenen heulen, Sicherheitskräfte und Anti-Terror-Einheiten beziehen Stellung und ich packe schon wieder meinen Fotoapparat und renne los. Ich sehe dutzende Fotografen vor dem Grab, abgeschirmt durch weitere Sicherheitskräfte, zücke meine Ausweis und stelle mich in die Reihe. Da erscheint eine prominente Gästeschar, und ich bin so mit fotografieren beschäftigt, dass ich die offensichtlichsten nicht erkenne. Klar, die eine ist die Witwe von Hariri, ihre Kinder, doch wer sind die anderen?

Ich brauch bis zum Abend Zeit, bis ich es rausfinde: Der pakistanische Staatspräsident Musharraf (den haben wir ja eigentlich am TV 1000 Mal gesehen) ist es, mit seiner Gattin und dutzenden von weiteren Staatsgästen. Ich muss daran arbeiten, mir Gesichter richtig zu merken. Danach ging dann die Stadtführung etwas ruhiger weiter.

Heute sind wir auf Tour gegangen, haben die weltberühmte Jetta-Grotte besucht (ich habe schon dutzende von Grotten gesehen, aber wirklich keine wie diese) und einige (der wenigen) recht gut erhaltenen Oliven. Heute Abend will ich ihnen zeigen, wie libanesisches Essen funktioniert.

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2005-03-04 von Beat R.:
Auto und Gesellschaft

Ab heute gibt es ein paar Veränderungen. Ich werde ein Auto mieten, weil in der Nacht auf Morgen Nik und Slina für eine Woche auf esuch kommen. Ich freue mich sehr auf die Gesellschaft und werde auch etwas mehr Zeit aufbringen, durch das Land zu reisen. Schliesslich ist hier ja nichts mehr als zwei Stunden entfernt, und so glaube ich dass ich ihnen vieles zeigen kann. So weit ich es bisher gesehen habe sind die meisten Strassen in gutem Zustand und den Verkehr habe ich jetzt fast einen Monat beobachtet und werde mich darin zurecht finden.

Ich schreibe jetzt erste kleine Aufsätzli auf arabisch, aber es noch recht schwierig. Ich weis nie so recht, wie Bindewörter angewandt werden, und das fehlen von „sein“ und „haben“ in der arabischen Sprache macht es auch nicht gerade einfach. Zusätzlich habe ich mit dem Lesen von kurzen Texten begonnen, die meine Lehrerin Joseline für mich zusammenstellt. Auch das ist noch eine rechte Herausforderung. Dafür stelle ich zufrieden fest, dass der Stapel mit den Wörtern, die ich aktiv und passiv verstehe, ununterbrochen wächst.

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2005-03-02 von Beat R.:
Ruhig und sonnig

Die Situation hier hat sich in mehrerlei Hinsicht wieder etwas beruhig: Die Huperei in den Strassen ist zurückgegangen und der Kühlschrank ist wieder voll. Sogar die Sonne brennt und heute ist es sicher fast 28 Grad warm.

Ich war noch auf der Visa-Behörde und habe versucht, mein Monatsvisum auf zwei auszudehnen, was allerdings nicht geklappt hat, weil es gar nicht nötig ist. Man kauf also ein Visum für einen Monat, das dann drei Monate gültig ist.

Falls ich noch nach Syrien gehe (Damaskus liegt ja nur wenige Kilometer entfernt), würde ich einfach bei der Rückreise ein neues Visum beantragen und auch problemlos erhalten, wird mir versichert. Allerdings werde ich zuerst mal abwarten, was hier so los ist, bevor die Grenze übertrete.

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2005-02-28 von Beat R.:
Alles geht rassig

Heute Morgen war ich noch an der Demonstration in Beirut und habe mich zum Parlament vorgearbeitet, was recht spannend war, weil ich praktisch alle Militärkontrollen (auch die direkt um das Parlament) problemlos passieren konnte. Und heute Abend ist das Kabinett bereits zurückgetreten.

Wieder war die Reise nach Beirut kompliziert, ich bin kilometerweit zu Fuss gegangen, aber schliesslich angekommen. Bei der Rückkehr hatte ich wesentlich mehr Glück, ich fand einen Bus, der mich die ganze Strecke bis nach Hause mitnahm. Ich weis, diese Verkehrsgeschichten werden wohl langsam langweilig, aber ihr könnt Euch auch schwierig vorstellen, wie essentiell das für einen Fussgänger ist. Für mich heisst das entweder 20 Minuten oder eineinhalb Stunden unterwegs zu sein.

Und weil heute alles streikt fand ich keines der üblichen Taxis, um zum Unterricht zu fahren und bezahlte das Doppelte für den Weg. Und zu Essen habe ich auch nicht mehr viel (ich habe mir die Ganze Zeit vorgenommen, Vorräte anzulegen und es schliesslich doch vergessen).

Eines hat mich heute Abend dann doch noch überrascht. Nach dem einer der Läden endlich geöffnet hat, fand ich kaum frisches Gemüse und überhaupt war er leerer als sonst. Also werde ich mich morgen als Erstes um den Einkauf kümmern.

Was das alles genau bewirken wird, ist mir nicht ganz klar, aber alle rund um mich nehmen das recht locker. Im Prinzip wird wahrscheinlich gar nichts passieren, was mich persönlich betrifft.

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2005-02-27 von Beat R.:
Der Babysitter destilliert Arak

Am Samstag habe ich (wie immer zuerst) gelernt, bevor ich zum Unterricht fuhr. Neu lerne ich die Körperteile, doch leider bin ich beim Gesicht stehen geblieben ;-)

Am Abend habe ich dann die Kinder von Vrenä und Georges gehütet, was im wesentlichen aus Lesen bestand, weil sie nur schliefen. Zweimal habe ich dem kleineren erklärt, das weder Mami noch Papi da sind, und mit etwas singen und gut zureden hat sich die Sache jeweils in ein paar Minuten erledigt und er ist wieder eingeschlafen.

Den Sonntag widmete ich dann dem Brauen von Arak. Ich bin mit Georges wieder in die Berge gefahren, wo dann auch der Holländer dazu stiess, der mit wertvolle Informationen für den neusten Artikel geliefert hat (da kommt noch mehr dazu, aber etwas später).

Wir haben also (bereits früher destillierten) Grappa mit Unmengen von Anis versetzt und erneut destilliert, daneben friedlich frische Züpfe gegessen (Verena hat sie natürlich gebacken) und Gschwelti mit Chäs genossen, was eine sehr gute Beschäftigung ist nach dreieinhalb Wochen im Libanon.

Frisch gestärkt starte ich also am Montag in die neue Woche und freue mich darauf, was sie bringen wird.

Heute Abend sitze ich übrigens an einem Ort, wo es wirklich Internet gibt. Es ist ein recht trendiges Restaurant in der Nähe, wo ich wohne, und die haben einen richtigen Breitbandanschluss. Darüber werde ich natürlich auch bald noch einen Artikel schreiben. Allerdings ist die Kommunikation tatsächlich noch schwierig. Bestelle ich eine halbe Stunde mehr Internet, erhalte ich mehr wein, aber auch das werde ich in den Griff bekommen. (Habe ich auch, sonst würden diese Zeilen nicht stehen).

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2005-02-25 von Beat R.:
Brabbelkiste

Die letzten zwei Tage habe ich praktisch nur mit arbeiten verbracht. Einerseits sind es die Wörtli, andererseits habe ich noch eine Auftragsarbeit abgeschlossen.

Zwei Highlights: Gestern Abend habe ich mal wieder auswärts gegessen, diesmal im Russenquartier von Jounyeh. Im Russenquartier, das recht gut gepflegt ist und in dem offenbar die Russen das Sagen haben, gibt es reihenweise Nachtclubs, aber auch wunderbare Restaurants. Eigentlich hatte ich nur einen Salat und eine Spiessli bestellt, aufgetischt wurden dann zusätzlich riesige Körbe mit frischem Gemüse, Salat, Nüssen und so weiter. Das hätte für eine ganze Familie gereicht.

Und ich habe jetzt einen Fernseher (so mit Antennenempfang, immerhin). Ich werde jetzt Nachrichten und komische Kindersendungen schauen und von Tag zu Tag mehr verstehen. Ich hoffe, dass sich aus den Wortbrocken bald ganze Sätze bilden.

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2005-02-23 von Beat R.:
In Tripolis

Heute habe ich mir sozusagen frei genommen und bin mit Vrenä nach Tripolis gefahren. Man fährt über eine moderne Autobahn, wie ich sonst bisher noch keine einzige Strasse gesehen habe.

Die Stadt hat ca. 500 000 Einwohner und ist teilweise sehr modern ausgestattet. Wir sind stundenlang durch den Souq spaziert und haben Bäder, Moscheen und ähnliches besichtigt (dazu gibt’s noch massenweise Berichte, aber nicht mehr alle heute.

Auf dem Rückweg sind wir über die Küstenstrasse gefahren. Hier stehen reihenweise riesige Bauten, in denen sich die Libanesen Wohnungen mieten, damit sie im Sommer an den Strand fahren können. Der ist allerdings nicht überall gleich schön. Einige Kilometer vor Tripolis liegt die Stadt Chekka (Shikka), in der Zement produziert wird (z. B. Holcim). Die Luft ist verhangen vom Abgas und Feinstaub, die aus den Fabriken aufsteigen. Die Arbeiter wohnen in armseligen Baracken neben den Fabriken.

Wohl nicht zuletzt durch diese Verschmutzung sind mir ein paar gute Sonnenuntergang-Bilder gelungen. Auch die werde ich auf dieser Site bald einmal zeigen (wenn ich sie nicht wieder verliere ;-)).

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2005-02-22 von Beat R.:
Waschen mit Maschine

Heute ist die neue Waschmaschine gekommen, ich kann jetzt also schon fast wieder wie zu Hause waschen, was ich heute Morgen auch gemacht habe. Und Gas fürs Kochen habe ich seit gestern Abend auch wieder, es ist alles so richtig zivilisiert.

Ansonsten ist ein recht ruhiger Tag. Ich bin immer noch am Kärtchen drehen und ich versuche auch immer noch, meine Daten zu retten…

Die einzige Aufregung war, dass das Internet-Café den ganzen Morgen über keine Verbindung zum Internet hatte. Beim dritten Mal, ihr seht’s hats geklappt.

Morgen gehe ich wahrscheinlich nach Tripolis (wurde ja auch langsam Zeit).

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2005-02-21 von Beat R.:
Hammas, Gepäckkontrolle Demo und Datenrettung

Nun ja, es ist länger gegangen mit dem Wäschetrocknen, als ich dachte. Aber mittlerweile habe ich einen Wäschetrockner erhalten und alle Kleider sind wieder trocken im Schrank.

Am Samstag habe ich dermassen viele Verben zu lernen bekommen, dass praktisch das ganze Wochenende damit draufgegangen ist. Ich war am Samstag noch einmal kurz am Grab von Hariri (diesmal hat man es gesehen) und habe noch ein paar Fotos gemacht. Beeindruckend waren vor Allem die Poster, auf die Trauernde ihre Gefühle schrieben. Sie gehen von Trauerbezeugungen bis zu Hass-Tiraden gegen Syrien.

Am Sonntag habe ich zum ersten Mal echt libanesisch gekocht, und zwar Hummus (Hammas). Das ist zwar nicht sehr fantasievoll (dieses Kichererbsenmuss dürfte jedem/r bekannt sein), aber dafür war’s anstrengend. Ich fand in meiner Küche weder eine Knoblauchpresse noch irgendetwas vernünftiges, um die Kichererbsen zu zerstampfen. Mein Arm hätte wohl weniger geschmerzt, wenn ich nicht am Vorabend ein Schoggimousse gemacht hätte (das Lieblingsdessert von Georges, danke Katrein für die Toblerone!): Ich war schon stolz nachdem ich das Eiweiss von Hand steif geschlagen hatte, als ich realisierte, dass ich auch noch den Rahm schlagen musste).

Eigentlich wollte ich nach dem Hammas noch den Auberginen-Dipp machen, aber mit all der Kocherei ist mir das Gas ausgegangen. Jetzt bange ich um meinen allmorgentlichen Nescafé, schaffe ihn aber dann heute Morgen grad noch.

Das war auch wichtig, denn nach dem Arabischunterricht bin ich direkt nach Beirut zur Friedensdemonstration. Zum ersten mal musste ich mitten auf der Strecke aus dem Bus aussteigen, weil die Soldaten an der Strassensperre meinen Rucksack sehen wollten. Zudem musste ich einen grossen Teil der Strecke laufen, weil wegen der Sperren die Strassen so verstopft waren, dass man zu Fuss schneller vorankam (als Fussgänger wurde ich dann wenigstens auch nicht mehr kontrolliert). So benötigte ich dann fast eineinhalb Stunden, um ins Zentrum von Beirut zu gelangen anstatt der guten Viertelstunde, die ich sonst benötige.

Die Demo war dann wie eine Demo eben, mit einem Unterschied: Soldaten und Polizisten waren ausschliesslich mit Maschinenpistolen und Gewehren bewaffnet, ich habe keinen einzigen Gummiknüppel gesehen. Sie stehen dann so mehr oder weniger gelangweilt neben und zwischen den Demonstranten. Provokationen habe ich beiderseits nicht gesehen. Aber ich frage mich schon ernsthaft, was die denn machen würden, wenn jemand wie bei uns in Zürich beginnt Steine zu werfen. Wie reagiert man mit einer Maschinenpistole angemessen?

Wieder zu Hause habe ich dann die meisten Bilder von meiner Kamera gelöscht, statt sie auf den Computer zu kopieren. Ich werde mir jetzt mal Datenrettungssoftware herunterladen (danke PCtipp) und hoffe, dass noch einige zu retten sind…

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2005-02-18 von Beat R.:
Der Taxifahrer nervt, die Wohnung tröpfelt

Gestern Abend habe ich wieder einmal bei Georges und gegessen, und für einmal habe ich es (fast) selber mit den „Öffentlichen“ dorthin geschafft. Zwar bezweifelten alle im Bus, dass es Jounie (das ist wirklich unpraktisch, ich muss von Jouniya nah Jounie), auch noch ein Crepaway gibt (solche Wegangaben sind praktisch, um ein Ziel zu finden), der Fahrer liess sich aber nicht beirren und setzte mich am richtigen Ort ab.

Auf dem Rückweg hatte ich dann weniger Glück: Kurz vor Mitternacht fahren keine Busse mehr, und ich musste mit einem Taxi vorlieb nehmen. Und weil es so spät war, machte ich auch noch den klassischen Fehler, nämlich einsteigen losfahren und dann verhandeln statt umgekehrt. Ich bezahlte dann 10 Dollar (statt der von mir erwarteten 10 000 Pfund) und verliess das Taxi im Streit. Aber auch das scheint hier eher normal zu sein.

Und heute Morgen tropft die Wohnung. Nicht weil es regnet, sondern weil ich Waschtag habe. Die Waschmaschine hätte eigentlich am Montag ersetzt werden sollen (sie ist kaputt), aber das seit Montag niemand mehr arbeitet, werde ich wohl noch einen Weile warten. Ich habe also praktisch sämtliche Kleider, die ich dabei habe, von Hand gewaschen. Ich habe eigentlich keine Ahnung von Handwäsche, bin eher so der Maschine-Tumbler-Typ, und nun bin ich gespannt, ob nicht ab heute alle meine Kleider eine Nummer grösser sind. Sie hängen jetzt überall in der Wohnung und tröpfeln friedlich vor sich hin. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis sie trocken sind, das Badetuch, das ich zum Duschen benutze, ist seit dem ersten Gebrauch nie mehr trocken geworden. Mehr dazu morgen.

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2005-02-17 von Beat R.:
Es wird wieder ruhiger

Die Beerdigung von Hariri, die gestern in Beirut stattfand, ist etwas vom Eindrücklichsten, dass ich seit Langem gesehen habe. Nicht nur die Massen, die daran teilnahmen, sondern auch die Art und Weise, wie getrauert wird. Wo bei uns betretene Stille herrscht, klagen die Leute ihr Leid ungehemmt. Fast jeder hatte Tränen in den Augen, schrie seine Verzweiflung regelrecht in die Welt hinaus.

Obwohl es mehrere Tausend Teilnehmer hatte, gab es kaum Gedränge. Zwar hatten die Sanitäter viel zu Tun mit Leuten, die in der Hitze zusammengebrochen waren, sonst sah ich keine Verletzten.

Ansonsten ist es wieder recht ruhig hier. Natürlich geht der Arabischunterricht weiter, aber ausser meinen Ausflügen nach Beirut habe ich den letzten Tagen wenig gemacht.

Es ist wärmer geworden, ich kann jetzt bei offenem Fenster arbeiten. Und ich kann in den Läden endlich auf arabisch sagen, was ich einkaufen will. Meistens kriege sich das richtige eingepackt. Ansonsten habe ich noch ein paar Restaurants getestet und war im Kino. In den letzten Tagen bin ich so viel durch Beirut gelaufen, dass mir die Füsse schmerzen. Ich bin froh, zwischendurch auch einfach mal gar nichts zu machen.

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Kommentar vom18.02.2005

Nik

bidu, wörtchen lernen ist immer gut, wissen wir ja noch aus gymer-zeiten. wichtig für die erste märz-woche ist einfach, dass du weisst, was "braten" (objekt, nicht verb) auf arabisch heisst, sonst kannst du dann dein versprechen nicht einlösen ;-). und für den fall, dass ich dir die wanderschuhe mitbringen soll: just let me know!

 

2005-02-15 von Beat R.:
Im erstaunlich ruhigen Beirut

Nach dem ich gestern noch eine Weile im Internetcafé verhängt bin, habe ich plötzlich gemerkt, dass ich den ganzen Tag über nichts gegessen hatte. Also stürzte ich zuerst in eine Pizzeria, die mir Georges gezeigt hat und anschliessend in eine Creperie, um noch ein Dessert zu essen. Danach brauchte ich einen Drink und verschwand todmüde im Bett. Schlafen konnte ich zwar trotzdem nicht, zu viele Bilder gingen durch meinen Kopf.

Entsprechend bin ich heute zu spät aufgestanden und dann noch einmal nach Beirut gefahren (langsam habe ich es im Griff mit den Bussen). Es war nicht so wild, wie die Meiden schreiben. Die Armee hält sich zurück, um Ausschreitungen zu vermeiden. Demonstriert wird der Trauer entsprechen friedlich (es gibt auch dazu einen Bericht hier auf der Seite).

Ich habe mir fast die Füsse wund gelaufen, aber gemerkt, dass sich das lohnt. Wie sonst hätte ich herausgefunden, wo und wann die Trauerfeier stattfindet? Ich konnte auch noch näher an den Anschlagsort, das ist wirklich krass, was 300 kg TNT anrichten.

Auch heute habe ich kaum gegessen, werde den Abend also so ziemlich wie gestern verbringen. Immerhin hat es mir heute wieder für den Arabischunterricht gereicht. Mein Wortschatz ist jetzt um Trauerfeier, ehemaliger Premierminister, Demonstration usw. erweitert.

http://www.lebanet.info/artikel/317.php

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2005-02-14 von Beat R.:
Burger King ist nicht für mein Essen zuständig

Freitagabend hatte ich so lange Unterricht, das ich zu müde war, noch nach Beirut zu fahren. Ich entschloss mich, das Kino in Kaslik (ein Quartier in Juniyah) zu besuchen. Es blieb zu wenig Zeit, um noch etwas richtiges zu essen, und so bin ich im Burger King gelandet. Der ist genau so beliebt wie bei uns, viele Jugendliche und junge Familien scheinen dort zu essen, und der Whopper schmeckt wie ein Whopper halt so schmeckt.

Im Kino lief unter anderem „Rey“ über den Musiker Rey Charles, für den sich nebst mir gerade noch zwei Leute begeistern konnte (eigentlich schade, ich finde den Film empfehlenswert). Danach bin ich in einer Karaoke-Bar gelandet, zum mitsingen reichten die Arabisch-Kenntnisse allerdings noch nicht ganz, mal abgesehen davon, dass ich keines der Stücke kannte. Hier bestätigte sich eine Aussage, die Vrenä vor einigen Tagen gemacht hat, dass die meisten Libanesen nicht singen können. Wenige Ausnahmen bestätigten diese Regel.

Am Samstagmorgen schlief ich viel zu lange aus, so dass nichts mehr aus meinem geplanten Ausflug wurde. Ich bin dann durch Kaslik gewandert, habe einige Fotos gemacht und Restaurants und Hotels begutachtet, so dass ich noch etwas mehr Inhalt für die Webseite habe. Am Abend haben mir Vrenä und Georges noch eine neue Pizzeria in Juniah gezeigt, und anschliessend besuchten wir ihre Lieblingsbar. Sie liegt auf eine Anhöhe und steht im freien. Das heisst es war kalt und ich fror mir während des Besuches den A**** ab, aber gemütlich war’s allemal. Ich lernte ein paar neue Leute kennen. Jedes Mal werde ich gefragt, was ich hier mache, worauf ich wahrheitsgetreu sage, dass ich arabisch lerne. Ich muss mir noch eine gute Antwort überlegen, auf die Frage die dann immer kommt: warum?

Sonntag war wieder Lerntag, unterbrochen von einem Besuch bei Georges Eltern. Seine Mutter hat mir ausdrücklich verboten, je noch einmal ein Sandwich zu essen, bevor ich sie besuche. Sobald ich ihr Haus betrete, sei sie für meine Ernährung zuständig. Ich werde mir das zu Herzen nehmen.

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2005-02-14 von Beat R.:
Das Attentat

Kurz nach Mittag erreicht mich die Nachricht vom Attentat auf Hariri. Es ist das SMS von Bernhard, der fragt ob ich ok bin. Da ich sowieso im Internet Café sitze, surfe ich auf ein paar Newsseiten. Kurz darauf ruft mich Verena an und gibt mir mehr Details.

Ich verlasse das Café und mache mich auf den Weg ins Zentrum Bernhard schickt mir unterdessen die Telefonnummern aller grösseren Zeitungen, und ich versuche, mit den Auslandredaktionen Kontakt aufzunehmen. Die Ausbeute ist ernüchternd: Der Tagesanzeiger baut auf seine Korrespondentin in Amman (müsst mal auf der Karte schauen, wo das liegt), der Bund vertraut auf die Agenturberichte, die BZ ebenfalls, der Blick (na ja, damit hätte ich auch nicht gerechnet) hat nicht genug Platz für Details, von der NZZ fehlt mir die Nummer, die Neue Luzerner Zeitung sagt, ich könne ja mal was schicken, aber nur wenn ich eh etwas schreibe und so weiter.

Da kann ich mich glücklich schätzen, dass ich noch für LebaNet.info arbeite, da habe ich wenigstens eine Motivation, einige Fotos zu machen und mit ein paar Leuten zu reden. Es ist doch erstaunlich, was ein Presseausweis ermöglicht: Beirut ist voll von Soldaten, aber sie lassen mich immerhin zum Ort des Geschehens vor. Ich mache viele Bilder, vom Dach eines Fernsehwagens, aus dem Innern eines Hotels, leihe mein Tele jenen Fotografen aus, die keines haben, spreche hier und da mit Umherstehenden, mit Leuten aus den umliegenden Geschäften. Jetzt sitze ich da und versuche meinen Bericht auf die Reihen zu bringen, so dass wenigstens Ihr, meine treuen Leser, einen Bericht von vor Ort bekommt ;-)

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2005-02-11 von Beat R.:
Lernen, lernen, lernen

Ich habe es nicht geschafft, gestern in den Club zu gehen. Zuerst habe ich ewig gesucht, bis ich das Kino gefunden habe, bei dem er sein soll. Und dann fand ich ihn trotzdem nicht. Es soll ein kubanischer Club sein, aber was ich fand, glich eher einer Baustelle (ok, das ist kubanisch) und war praktisch leer. Dann steuerte ich eine andere Bar an, und die war auch praktisch leer. Es war mittlerweile bereits nach 23.00, und so bin ich wieder nach Hause um mir Lola rennt anzuschauen, den ich unverhofft auf meiner Festplatte gefunden habe.

Heute war in zwei Hinsichten ein besonderer Tag: Ich hatte den ganzen Tag über Strom und ab Mittag schien die Sonne. Kalt ist es trotzdem noch.

Ich habe nichts anderes gemacht als Wörtli gelernt, repetiert, auf Kärtchen geschrieben und so weiter. Und jetzt gehen mir die Kärtchen aus. In meiner Umgebung habe ich noch keine in der richtigen Grösse gefunden, ich werde mir wohl noch einen Schere kaufen müssen…

Falls nichts anderes kommt werde ich morgen einen Ausflug machen, wohin habe ich noch nicht entschieden.

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2005-02-10 von Beat R.:
Endlich Beirut

Heut habe ich es endlich nach Beirut geschafft, und noch besser: Ich weiss endlich, wo ich Wohne! Das Städtchen heisst Juniyah (Schunia), das Quartier Suq Mikael. Das zu wissen war heute doch sehr vonnöten, weil ich mit dem Bus nach Beirut und zurück gefahren bin.

Bus fahren ist günstig: Ein Weg kostet 750 Pfund (75 Rappen). Was das ganze etwas verteuert hat, ist das ich nicht begriffen habe, wo ich aussteigen muss. Das Taxi ins Hamra-Quartier in Beirut, dem in jedem Reiseführer ein eigenes Kapitel gewidmet ist, kostete mich noch einmal 1000 Pfund (wer schnell rechnet weiss jetzt schon, dass des ziemlich genau einem Franken entspricht).

Ich habe da ein erstes Restaurant ausprobiert und bin dann recht planlos durch die Gegend marschiert. Es hat mir dann zu stark geregnet, also habe ich meine grossen Ausgangspläne für Beirut auf morgen verschoben. Es soll in Juniyah einen Club geben, der so angesagt ist, dass der Lonely Planet empfiehlt, besser nur den zu besuchen als gar keinen. Falls ich es reinschaffe, gibt es morgen einen Bericht dazu.

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2005-02-09 von Beat R.:
Schneeberge

Und ich habe Georges gefunden. Allerdings bereits direkt vor meiner Wohnung, so dass ich gleich mit ihm hochfahren durfte. Abends, wieder zurück, musste ich bis 24.00 warten, dass der Strom wieder kommt, um eine reelle Chance auf eine warme Dusche am Morgen zu haben.

Und die hatte ich: Zum ersten Mal war das Wasser so heiss, dass ich kaltes beimischen musste, und später reichte der Rest sogar noch zum Abwaschen.

Nach meiner Arabischstunde, so gegen Mittag, holten mich Georges, Verena und ihr Sohn Dani für einen Trip in die Berge ab. Sie haben dort oben ein Wochenendhaus. Zum ersten Mal sah ich die Berge von Schnee, von denen ich bisher nur gehört habe. Was ich dieses Jahr in der Schweiz nicht geschafft hatte, klappte jetzt im Libanon: Es hat so viel Schnee, dass wir ein Iglu bauten.

Etwas anderes erfreut mich heute ebenfalls: Ich habe es endlich geschafft, ein Paar vernünftige Schuhe zu kaufen. 23 Dollar für Lederschuhe, die wasserdicht sein sollen, finde ich nicht übertrieben. Zum ersten Mal seit ich da bin trage ich trockene Socken in trockenen Schuhen.

Den Abend werde ich damit verbringen, meine Wörtli auf Kärtchen zu schreiben, damit sie auch wirklich sitzen.

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2005-02-08 von Beat R.:
Kurze Haare mit rollendem R

Mein Französisch wird immer arabischer: Ich rolle den „R“ wie im Français Fédéral und werde so viel besser verstanden als mit meinen Schulfranzösisch. Damit kam ich heute beim Coiffeur durch, der gar kein Französisch spricht und auch beim Poulet-Kaufen am Strassenrad.

Leider habe ich während des Coiffeur-Besuches die paar Sonnenstrahlen verpasst, die ganz unerwartet durchs Fenster schienen. Dabei hätte ich sie doch nötig gehabt, war doch der Boiler heute kalt und die Schuhe immer noch nass. Ich hatte versucht, ein paar neue Schuhe zu kaufen, aber in meinem Quartier scheint es nur Frauenschuhe zu geben.

Heute Abend muss ich irgendwie mit dem Taxi zu meiner Arabischlehrerin kommen, habe allerdings vergessen, wie das Quartier heisst (Tschumal? Tschämil? Tschamal?). Ich werde es schon irgendwie finden, denn sie wohnt eigentlich in der Wohnung unterhalb von Georges und Vrenä, und die kenne ich ja. Bis ich dort bin müssen dahin müssen die Buchstaben wieder sitzen, ebenso die Wochentage.

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2005-02-07 von Beat R.:
Neue Möglichkeiten

Heute hatte ich die Gelegenheit, mit einem holländischen Journalisten in Kontakt zu kommen, und das ging so: Vrenä hat mir gestern angeboten, mich ins Zentrum von Beirut mitzunehmen (das erspart mir vorerst noch, mich mit dem Taxi- und Bussystem auseinanderzusetzen). Auf dem Weg dorthin lädt Sie mich ein, mit ihr ein holländisches Journalistenpaar zu besuchen. Er ist gerade aus dem Irak zurück, wo er als eingebetteter Journalist (das heisst mit den US-Truppen unterwegs) die Wahlen beobachtet hatte.

Beim Kaffe hatte ich natürlich viele Fragen rund um den Beruf eines Korrespondenten (die wichtigste davon ist immer noch: Wie wird man das?). Und im Gespräch ergab sich dann folgende Möglichkeit: Noch diese Woche will er den Anführer der Drusen treffen. Gefragt, ob ich mich da irgendwie anhängen dürfe, meint er, ich könnte ihn als Fotograf begleiten. Da meine Kamera eh die bessere ist als seine (diese Anschaffung hat sich jetzt schon gelohnt!), sage ich natürlich zu. Ob das nun klappen wird, hängt jetzt davon ab, ob er mich wirklich anruft, sobald der Termin steht. Ihr werdet das bald an dieser Stelle erfahren.

Nach wie vor sehr interessant: Weder er noch seine Frau sprechen arabisch. Ich habe jetzt immerhin die erste Stunde (die erste hier im Libanon) hinter mir ;-)

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Kommentar vom17.02.2005

Beat R.

Fairerweise muss ich hier noch anfügen, dass der Holländer sich bisher nicht gemeldet hat, weil er nach dem Attentat auf Hariri nicht in der Lage ist, das Interview durchzuführen.

 

2005-02-06 von Beat R.:
Der Boiler und das Fest vor dem Fasten

Vorgestern Abend hatte ich Gelegenheit, mich doch etwas genauer mit dem Strom-Problem zu befassen. Gerade als sich mit dem Essen fertig war - ich hatte mir Würstchen, Salat und Fladenbrot serviert - wollte ich aus lauter Übermut abwaschen, merkte dann aber, dass dies nur möglich ist, wenn ich zuvor den Boiler aufheize. Nun gut, dachte ich, suchte den Sicherungskasten, stellte die Sicherungen des Boilers auf ein, und verbrachte die Wartezeit mit einem Telefonat. Als sich vom Balkon in die Wohnung zurückkehrte, bemerkte ich erst, dass da kein Licht mehr war. Und da fiel mir auch sofort wieder ein wie es dazu kommen konnte: Wenn die Wohnungen über den Generatoren und nicht für das öffentliche Stromnetz versorgt wird, reicht die Spannung nicht für den Boiler.

Zum Glück lässt sich auch diese Sicherung wieder einschalten. Sie befindet sich an einen Laternenpfosten, ungefähr 50 m weiter oben an der Straße. Ich zündete also zuerst eine Kerze an, schloss die Wohnungstür auf und wieder ab, nicht ohne mich vergewissert zu haben, dass die Sicherung für den Boiler wieder ausgeschaltet war, suchte den Sicherungskasten, den man mir erst gerade am Nachmittag gezeigt hatte, legte den Schalter um und schlenderte zurück in die Wohnung. Und siehe da, es war Licht.

Das ist alles schön und gut, gelernt habe ich etwas, was ich allerdings immer noch nicht weiß, ist wie ich merken kann, ob meine Wohnung vom Stadtnetz oder vom Generator beleuchtet wird, ohne dass ich vorher überprüfe, ob der Lift im Treppenhaus fährt.

Vorerst war das zum allerdings auch nicht so richtig. Als Nächstes bin ich nämlich ins Bett gegangen, müde vom ersten Tag und der Kälte in der Wohnung. Ich habe gut geschlafen, nicht zuletzt weil mich der Lärm der Straße nicht stört, der ungefiltert durch die Fenster kommt.

Den Samstag verbrachte ich folgendermassen: Ich schlief zu lange aus, dann holte mich Georges (der Mann von Vrenä) ab und holte mich zu ihnen nach Hause. Dort traf ich am Nachmittag meine Arabisch-Lehrerin (wir beginnen am Montag) und ich blieb bis nach dem Nachtessen.

Heute beginnt die Fastenzeit vor Ostern mit einem grossen Festessen, das ich bei Georges Eltern mitfeiern darf. Ich versuchte also schon gestern noch einmal, den Boiler aufzuheizen, was nicht klappte, weil 10 Minuten nach dem Einschalten der Strom ausfiel. Heute Morgen um 8.30 Stand ich auf, stellte die Sicherung für den Boiler wieder ein und wartete bis 9.30 mit Duschen. Das Wasser war kalt, aber wegen des anstehenden Essens bleibt mir keine Wahl. Nach dem Duschen fällt mir auf, dass ich mich noch rasieren muss, und siehe da, das Wasser ist schon wärmer. Während sich noch Jubelgedanken in meinem Kopf breit machen, wird es 10 Uhr und das Stadtnetz fällt wieder aus.

Um 12:00 Uhr versammelte sich dann die Familie von Georges im Haus seiner Eltern. Während etwa eine Stunde bereiteten wir uns mit Arak, dem Nationalgetränk, das nach Anis schmeckt, ein Europäer vielleicht mit Ouzo vergleichen würde, ein Libanese natürlich nicht, auf das Essen vor. Danach versammelt sich die ganze Familie am großen Tisch, und es wurden Berge von Speisen aufgetragen. Ich werde diese Speisen später auf dieser Web-Seite genauer beschreiben, ich möchte vorerst nur ein paar Eindrücke mit euch teilen:

Eine der Spezialitäten der Mezes (würden wir gezwungenermassen als Vorspeise bezeichnen) war eine lange gesiedete, und dadurch sehr zarte und weiche Zunge. Gewürzter Reis, der in Traubenblätter eingewickelt ist. Derselbe Reis, in Därme gestopft. Humus fehlte ebenso wenig wie Taboulé. Nachdem wir etwa eine Stunde gegessen hatten, folgte der Hauptgang. Das riesige Huhn, das aufgetragen wurde, war mit einer Mischung aus Reis und Hackfleisch gefüllt. Zum Dessert gab es eine Süssspeise, die aus abgeschöpfter Haut von warmer Milch bestand, mit frittiertem Teig umwickelt. Das Highlight war ein süßer Kuchen, der aus Frischkäse zubereitet sein könnte. Darüber tröpfelte man etwas, das Georges als gezuckerten Zucker mit Zucker bezeichnet.

Ein wahres Fest für den Gaumen. Getrunken wurde dazu ausschließlich Arak und Whisky. Gegen 17 Uhr ging ich erschöpft nach Hause. Was für ein Fest. Kein wunder wird danach bis Ostern gefastet.

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2005-02-04 von Beat R.:
Ankunft

Jetzt bin ich da. Der Flug verlief problemlos (knapp vier Stunden mit Lufthansa ab Frankfurt) und die Zollformalitäten waren schnell erledigt. Irgendwie habe ich es zwar erst zu einem Visum für einen Monat geschafft, aber das werde ich (laut Lonely Planet) noch richten können. Vrenä hat mich abgeholt und ich habe die erste Nacht bei ihrer Familie verbracht.

Am Morgen bezog ich meine Dreizimmerwohnung mit grosszügigem Wohnzimmer, drei Balkonen, vier Betten, zwei Sofas und so weiter, also sehr luxuriös. Sie liegt nicht direkt in Beirut, wo genau werde ich wohl etwas später schreiben, wenn ich mich besser mit der Umgebung vertraut gemacht habe.

Bereits mache ich mich mit den ersten Eigenheiten meines Wohnortes bekannt: Strom gibt’s immer mal für eine paar Stunden, dann für ein paar Stunden nicht, eine Regelmässigkeit scheint es aber nicht zu geben. Wasser benötige ich im Haushalt gleich drei Mal: Einmal zum Abwaschen und Duschen, einmal zum Kochen (das solls so alle drei Tage geben, im Moment läufts nicht) und dann noch in Flaschen zum Trinken.

Bereits erledigt habe ich meinen ersten Einkauf (Reis, Teigwaren, Wasser und eine mir völlig unbekannte Sorte Würstchen, auf die ich gespannt bin) und den Kauf einer lokalen Sim-Karte für mein Handy. Gleichzeitig habe ich es geschafft, den Pin für meine Schweizer Sim-Karte zu vergessen. Nimmt mich mal Wunder wie ich jetzt von hier aus an den Puk für meine Swisscom-Simkarte komme…

Als nächstes probiere ich das Internet-Café aus, in dem ich meinen Laptop online anschliessen darf. Falls es klappt, könnt ihr diesen Text lesen ;-)

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2005-02-03 von Beat R.:
Ab gehts!

Jetzt habe ich es doch noch geschafft: Die letzten Anschaffungen sind gemacht, die Koffern gepackt. Um 18.00 Uhr geht mein Flug in Zürich, dann gehts über Frankfurt nach Beirut, wo ich morgens um 1.55 ankomme. Sobald ich ein Internet-Café gefunden habe, werde ich mich an dieser Stelle wieder melden.

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2005-01-29 von Beat R.:
Noch fünf Tage

In fünf Tagen werde ich bereits in Beirut sein. Bevor es so weit ist, habe ich allerdings noch einiges zu tun: Am Montag ist mein letzter Arbeitstag, und ich nehme schwer an, dass sich die Kolleginnen und Kollegen noch an einem Apero auf meine Kosten erfreuen wollen. Am Mittwoch darauf werde ich dreissig Jahre alt, was ich noch im Kreise der Familie feiern möchte. Und in der zwischenzeit muss noch die Webseite fertig werden.

Wenistens sind Pass und Flugticket bereit. Ich freue mich.

http://www.lebanet.info

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0000-00-00 von Beat R.:
Burger King ist nicht für mein Essen zuständig

Freitagabend hatte ich so lange Unterricht, das ich zu müde war, noch nach Beirut zu fahren. Ich entschloss mich, das Kino in Kaslik (ein Quartier in Juniyah) zu besuchen. Es blieb zu wenig Zeit, um noch etwas richtiges zu essen, und so bin ich im Burger King gelandet. Der ist genau so beliebt wie bei uns, viele Jugendliche und junge Familien scheinen dort zu essen, und der Whopper schmeckt wie ein Whopper halt so schmeckt.

Im Kino lief unter anderem „Rey“ über den Musiker Rey Charles, für den sich nebst mir gerade noch zwei Leute begeistern konnte (eigentlich schade, ich finde den Film empfehlenswert). Danach bin ich in einer Karaoke-Bar gelandet, zum mitsingen reichten die Arabisch-Kenntnisse allerdings noch nicht ganz, mal abgesehen davon, dass ich keines der Stücke kannte. Hier bestätigte sich eine Aussage, die Vrenä vor einigen Tagen gemacht hat, dass die meisten Libanesen nicht singen können. Wenige Ausnahmen bestätigten diese Regel.

Am Samstagmorgen schlief ich viel zu lange aus, so dass nichts mehr aus meinem geplanten Ausflug wurde. Ich bin dann durch Kaslik gewandert, habe einige Fotos gemacht und Restaurants und Hotels begutachtet, so dass ich noch etwas mehr Inhalt für die Webseite habe. Am Abend haben mir Vrenä und Georges noch eine neue Pizzeria in Juniah gezeigt, und anschliessend besuchten wir ihre Lieblingsbar. Sie liegt auf eine Anhöhe und steht im freien. Das heisst es war kalt und ich fror mir während des Besuches den A**** ab, aber gemütlich war’s allemal. Ich lernte ein paar neue Leute kennen. Jedes Mal werde ich gefragt, was ich hier mache, worauf ich wahrheitsgetreu sage, dass ich arabisch lerne. Ich muss mir noch eine gute Antwort überlegen, auf die Frage die dann immer kommt: warum?

Sonntag war wieder Lerntag, unterbrochen von einem Besuch bei Georges Eltern. Seine Mutter hat mir ausdrücklich verboten, je noch einmal ein Sandwich zu essen, bevor ich sie besuche. Sobald ich ihr Haus betrete, sei sie für meine Ernährung zuständig. Ich werde mir das zu Herzen nehmen.

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